Lies und (p)lausch

Krimi- und Drehbuchautorin Jennifer B. Wind liest, talkt und rezensiert für mywoman.at

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Montag, 09.11.2015, 17:44

Liebe Leser/innen,

heute stelle ich euch einen österreichischen Autor vor, der nicht nur Krimis schreibt, sondern auch als Kriminalbeamter arbeitet. Begrüßt mit mir den Mödlinger Autor Thomas Eppensteiner.

Durch seine Polizeiarbeit garantiert er natürlich größtmöglichen Realismus in seinen Geschichten. Er hat sich einem Interview gestellt. Bevor ich euch sein neuestes Buch vorstelle, eine kurze Autorenvorstellung:


(©Thomas Eppensteiner)


Thomas Eppensteiner wurde 1972 in Wien geboren. Seit seiner Jugend schreibt er Kurzgeschichten und Lyrik, seit drei Jahren Kriminalromane. Er lebt mit seiner Familie in Niederösterreich und arbeitet beim LKA in Wien.

Nach seinem Debütroman „Sünden“ (Berenkamp Verlag 2012), erschien im 2014 sein zweiter Roman mit Chefinspektor Harald Schirmer „Blutige Reben“ bei Emons, wo auch der dritte Krimi „Herbstlaub“ heuer erschien. Thomas Eppensteiner ist außerdem Gründungsmitglied des Polizeicafés.



„Herbstlaub“ heißt sein neuer Krimi, den ich natürlich gelesen habe. Hier meine ganz persönliche Meinung zum Buch:


(Cover ©Emons Verlag)


Herbstlaub

„Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.“
(Ingmar Bergman)


Nach „Sünden“ und „Blutige Reben“ liegt nun also der dritte Kriminalroman um den melancholischen Chefinspektor Harald Schirmer vor.

Ein Fall, der den Ermittler diesmal auch an seine persönlichen Grenzen führt. Nicht nur, dass er so seine liebe Not mit den Umstrukturierungen im Polizeiapparat hat und auch nicht so recht weiß, wie er mit seinem Schwarm Clara anbandeln soll, die ihm mit ihren esoterischen Dingen wie Karten legen auf die Nerven fällt und auch noch wünscht, dass er mit ihr zusammen über glühende Kohlen läuft, um seine Ängste und seine Engstirnigkeit abzubauen und seinen Horizont zu erweitern, verlangt ihm auch der Fall so einiges ab.


Die junge Journalistin Sonja Aumann von der Mödlinger Zeitung verschwindet spurlos, ihr Fahrzeug wird verlassen aufgefunden, allerdings weist auf den ersten Blick nichts auf ein Verbrechen hin, an das Schirmer ebenfalls nicht glaubt.

Aber schon bald muss er seine erste Meinung revidieren, denn besagte Frau hat sich mit Recherchen zu grenzüberschreitender Kriminalität sicher nicht nur Freunde gemacht...


Das Buch spielt im Oktober (von 10. Bis 18.), nicht nur deshalb ist der Titel wundervoll gewählt und mutet fast ein bisschen lyrisch an.
Den zweiten Grund erwähne ich hier nicht, da ich nicht zu viel vom Inhalt verraten will. Nur so viel: Auch das Cover ist sehr gut gewählt und stimmig, sowie passend zur düsteren Grundstimmung des Romans.


Chefinspektor Harald Schirmer ist ein klassischer Anti-Held, der nicht vielen Leser/innen sympathisch sein wird. Er ist gerade ein Jahr trocken, stets nörgelnd und schlecht gelaunt unterwegs und mit dem technischen Fortschritt hadernd.

Als Leser/in hat man zudem das Gefühl, dass er seinen Job nicht wirklich mag. Obwohl die Hauptfigur durchaus liebenswerte Züge aufweist, die allerdings meist gut versteckt und nur wenigen Außerwählten „gezeigt“ werden, wie seinem Kollegen Abteilungsinspektor Arno Hasler, der in diesem Band auf Kur fährt, was Schirmer gar nicht Recht ist, weil er, ohne es zu geben zu wollen, mittlerweile sehr an Hasler hängt.

Deshalb joggt er auch zum Bahnhof, um sich von ihm zu verabschieden. Und da ist noch sein Hund, den er pflegt und hegt. Und auch Clara versucht zu ihm vorzudringen.


Der Fall ist sehr spannend, der Plot gut konstruiert, die Kapitel lesefreundlich und kurz.

Die Sprache ist mittig zwischen Lokalkolorit-Krimi und Thriller angelegt. Typische Regionalkrimi-Passagen wechseln mit düster-packenden Einschüben.
Thriller-Feeling kommt hier auch aufgrund des extrem grausamen Verbrechens auf, die düstere Grundstimmung passt hier dazu. Zu viel Humor wäre hier definitiv fehl am Platz.

Mehrere Erzählperspektiven wechseln sich ab, und auch die Zeiten variieren. Nicht alles wird chronologisch erzählt, es gibt Rückblenden aus der Sicht des Opfers, die auch sprachlich sehr gekonnt und augefeilt sind und den Leser mitfiebern lassen, auch wenn man bereits weiß, dass die Frau tot ist. Auch das ist ein Element, das man aus vielen Thrillern kennt.


Dass der Autor selbst Kriminalbeamter ist kommt dem Roman wunderbar zugute. Endlich mal ein Buch, wo alles stimmig und authentisch ist und zum Beispiel kein österreichischer Kommissar sein Unwesen treibt.

Die Ermittlungsarbeit ist glaubwürdig und auch die Erzählperspektive der Täter wird sehr interessant rübergebracht.

Der Show-Down ist gelungen, sehr rasant und glaubwürdig. Die Aufklärung des Verbrechens lässt einem beim Lesen den Atem anhalten. Und das Schlimme ist, was auch Schirmer und Co auf den Punkt bringen, auch wenn ein Verbrecher gefasst ist, wird es immer weiter gehen. Es ist nie zu Ende.... (um welches Verbrechen es hier geht, möchte ich aus Spoilergründen nicht verraten)

Fazit: „Herbstlaub“ ist ein sehr spannender Kriminalroman mit wenig Lokalkolorit, dafür mit einem gewissen dunklen Thriller-Feeling, das Lust auf Mehr vom Autor macht. Perfekt mit Punsch und Keksen zu genießen, während vor dem Fenster der Sturm das bunte Laub davonweht.

Mein Krimi-Tipp des Monats! Lassen Sie sich das Buch nicht entgehen.



Wer gerne weiter schmökern will, findet hier eine Leseprobe zum Buch:
http://www.emons-verlag.de/media/files/leseproben/Eppensteiner_Herbstlaub.pdf


Und jetzt viel Spaß mit dem Interview!



(Blutige Reben war der zweite Fall mit Harald Schirmer; © Emons Verlag)


Lieber Thomas, danke, dass du dir Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. Vor kurzem wurde dein neuer Kriminalroman „Herbstlaub“ im Emons Verlag veröffentlicht. Es ist bereits der dritte Krimi mit Chefinspektor Harald Schirmer und spielt in Mödling, wo du auch wohnst. Wie kam es dazu, dass du Krimis schreibst?

Ich lese seit meiner frühesten Jugend viel, auf meinem Nachtkästchen liegen immer einige Bücher, die ich gleichzeitig lese. Da ich am liebsten Krimis lese und immer schon geschrieben habe, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ich mich über so etwas rüber getraut habe. „Sünden“, mein erster Krimi, lag zwei Jahre lang halbfertig in der berühmten „Schreibtischlade.“ 2011 war ich bei einer Lesung von Thomas Raab, da hat es mich dann getroffen. Ich wollte auch unbedingt ein eigenes Buch in Händen halten und es anderen vorlesen. Das ist mir dann 2012 gelungen.



Du bist selbst Chefinspektor. Wie viel von dir steckt in Schirmer?

In Schirmer steckt nicht viel von mir. Auf jeden Fall ist es die überbordende Liebe zu meinem Hund. Manchmal ertappe ich mich dabei, die bei der Polizei herrschenden Zustände kritisch zu hinterfragen. Ich bin dabei aber nicht so drängend wie Schirmer.


(Der erste Fall für Harald Schirmer; ©Cover Berenkamp Verlag)


Im Roman möchte sein weiblicher Schwarm mit ihm über glühende Kohlen laufen. Hast du das schon mal ausprobiert?

Nein. Die Szene, in der Schirmer über Kohlen läuft ist wichtig für die Figur. Es geht dabei um Vertrauen und Überwindung. Beides ist in Schirmer ja nicht gerade reichlich vorhanden. Ich werde vielleicht über Kohlen laufen, wenn ich ein paar Leser finde, die das mit mir machen möchten.
Ich melde mich dann mal an. Im neuen Krimi ist Schirmer seit einem Jahr trocken, dem Nikotin kann er allerdings nicht abschwören. Hast du auch Laster?

Ich nasche viel zu gerne, das ist vor allem über die Wintermonate ein echtes Problem für mich. An langen, dunklen Wochenenden, ist nichts Süßes vor mir sicher. Bis vor kurzem habe ich 1-2 Liter Kaffee am Tag getrunken, schwarz und ohne Zucker. Das habe ich, Gott sei Dank, auf ein erträgliches Maß reduzieren können.
Das sieht man dir aber gar nicht an, dass du so viel Schoko isst. In „Herbstlaub“ lernen wir den Bezirksinspektor Tarek Ünal kennen, einen Türken. Vor einigen Jahren hat die österreichische Polizei gezielt Menschen mit Migrationshintergrund angesprochen und gesucht. Hast du schon Erfahrungen damit, was sich seither geändert hat?

Ich weiß, dass die Polizei bei Weitem nicht so viele Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen konnte, wie sie dies gerne getan hätte. Eines der Hauptprobleme bei der Einstellung ist die mangelhafte Kenntnis der deutschen Sprache. In meinem näheren Umfeld gibt es keine KollegInnen mit Migrationshintergrund. Ich denke aber, dass es gut klappt und es keinen Unterschied macht, ob ein Polizist oder eine Polizistin in Wien, Graz, Istanbul oder Belgrad geboren wurde.

Du schreibst auch Gedichte. Wann hast du damit begonnen?

Mit vierzehn oder fünfzehn habe ich angefangen, Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben. Das mache ich auch heute noch, nur verwahre ich die sicher, die gehören nur mir.


(Wohl eine Gemeinsamkeit mit der Hauptfigur in seinem Roman. Auch der Autor liebt Hunde; ©Thomas Eppensteiner)


Schade. Du hast das Polizei Café gegründet, das ist kein Kaffeehaus sondern eine Vereinigung von Polizisten die sich künstlerisch betätigen. Wie kam dir die Idee dazu und wie kann man sich den Verein vorstellen?

Mein Freund und Kollege, Thomas Angerer und ich, haben diese Idee geboren, weil wir zeigen wollten, dass es überaus kreative PolizistInnen in Österreich gibt. Dies ist uns gelungen, die Website und auch die Facebook-Seite des Polizei Cafés sind voll von guten Geschichten, seien es wahre dienstliche Erlebnisse, Gedichte oder Geschichten aus anderen Themenbereichen. Überdies rezensieren wir auch Bücher aller Art, das Projekt hat sich vor allem Dank Thomas Angerers Engagement gut entwickelt.

Wie findest du deine Plot-Ideen?

Die tauchen plötzlich auf. In der U-Bahn, in der Badewanne, bei Spaziergängen mit dem Hund oder wo anders. Ich trage die Gedanken dann meistens ein paar Monate mit mir herum, bis ich sie dann niederschreibe. Den Plot skizziere ich aber nur, der Rest der Handlung wächst dynamisch, während des Schreibens.

Du bist in Wien aufgewachsen und arbeitest auch dort beim LKA. Warum hast du deine Krimis in Mödling angesiedelt?
Eine der letzten offenen Fragen bei der Gestaltung meiner Hauptfigur, Harald Schirmer, war der Ort, wo er ermitteln soll. Ich habe lange hin und her überlegt und dann nach einem wunderschönen Spaziergang durch Mödling beschlossen, dass Schirmer in einer Kleinstadt arbeiten soll. Weil ich ja in Mödling wohne, habe ich es mir dann leicht gemacht und Schirmer zum Leiter der dortigen Kripo bestellt.

Du bist verheiratet und Vater. Was sagt dein Umfeld zu deiner Berufung als Schriftsteller?
Meine Familie merkt, dass mich das Schreiben ausgeglichen macht und bereichert. Natürlich ist es vor allem für meine Frau oft nicht leicht, wenn ich stundenlang auf Tauchstation gehe und vor dem Computer sitze. Alles in allem unterstützen mich die Menschen, die mich lieben, aber bei dem, was ich liebe. Und das macht mich glücklich.


(Der Autor bei einer Lesung; ©Thomas Eppensteiner)


Du hast schon einige Lesungen absolviert. Macht dir das Spaß?

Lesen macht mir großen Spaß. Leider ist es aber so, dass speziell weniger bekannte Autoren oder Neulinge sehr schwer an Lesungen kommen. Hier würde ich mir mehr Möglichkeiten wünschen.

Wie bist du eigentlich zur Polizei gekommen, soweit ich weiß bist du gelernter Verkäufer?

Ich habe Verkäufer gelernt und anschließend einiges ausprobiert. Möbelträger, Soldat, Postbote, Mitarbeiter in einem Sicherheitsunternehmen. Die Wiener Polizei stellte zu Beginn einen sicheren Job dar, in dem ich einige Zeit verweilen wollte. Mittlerweile sind beinahe zwanzig Jahre vergangen.



(©Thomas Eppensteiner)


Was hast du für Hobbies?

Ich lese, bin mit meinem Hund gerne auf den Feldern unterwegs und versuche, meiner Familie so viel Zeit wie möglich zu widmen. Das Schreiben muss ich hier auch als Hobby erwähnen, weil ich ja nicht davon lebe.
Wie stellst du dir dein Leben in 5 Jahren vor?

In fünf Jahren wäre ich gerne genauso gesund, wie ich es bin. Was ich mir am meisten wünsche, ist natürlich ein Bestseller, am Besten mit dem nächsten Buch.

Und wie sieht dein Leben in 10 bis 15 Jahren aus?

In zehn Jahren würde ich gerne an meinen ersten Beststeller von vor fünf Jahren zurückdenken und glücklich darüber sein und mich daran erfreuen, dass ich noch genauso gesund wie damals bin.



(©Thomas Eppensteiner)



Ist Krimi dein Genre oder schwebt dir etwas anderes vor, was du gern einmal niederschreiben möchtest?

Ich habe ein Konzept für einen Fantasy-Stoff ausgearbeitet. Wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich das angehen.


Ich habe eben mit der Arbeit an einem Thriller begonnen, der in Wien spielt. Neue Figuren, mehr wird nicht verraten.

Na da sind wir alle schon sehr gespannt. Wird es denn keinen weiteren Schirmer mehr geben?

Die ersten drei Schirmer-Romane sind fertig. Die Geschichte rund um Harald Schirmer nun mal soweit erzählt, dass ich überlege, wie es weitergehen könnte. Ob es einen weiteren Schirmer geben wird? Man soll niemals nie sagen.

Schirmer wird im neuen Roman an seine Grenzen gebracht. Über welche Grenzen würdest du gern einmal gehen, beziehungsweise was traust du dich nicht?

Ich würde gerne viele Dinge viel gelassener sehen, einfach mal von einem Tag zum nächsten denken, das schaffe ich leider viel zu selten.


Du warst gerade auf der Frankfurter Buchmesse. War das dein erstes Mal, oder nicht. Wie war es und was ist das Tolle an der Messe? Wozu nutzt du die Messe?

Ich war zum ersten Mal dort. Die Buchmesse war eine Riesenerfahrung, man merkt dort, wie klein man als Autor ist, wie viele Verlage, wie viele Kolleginnen und Kollegen versuchen, mit und durch ihre Bücher bemerkt zu werden. Ich habe dort mit tollen Kolleginnen und Kollegen lesen dürfen. Das Echo auf die Buchmesse waren einige nette Mails von Leserinnen und Lesern und Buchhändler aus der Region, die sich plötzlich für mich interessieren.


(Mit dem Triestingtaler Mordstrio wird gelacht! ©Manfred Wasshuber)


Erzähl doch mal zum Abschluss eine kleine Anekdote aus deinem Autorenleben.

Eine meiner ersten Lesungen war für einen Samstag in einer Stadtbücherei ausgemacht. Ich war sehr froh, diesen Termin bekommen zu haben. Habe das Datum für die Lesung in meinen Kalender notiert und die nächsten Monate nicht mehr viel darüber nachgedacht. Am Tag nach der Lesung bin ich draufgekommen, dass ich den Termin falsch vermerkt hatte. Die Lesung fand also ohne den Autor statt. Peinlich und lustig zugleich.

Ach du lieber Himmel!! Die armen Leute von der Buchhandlung! (lacht). Damit bedanke ich mich recht herzlich bei dir für deine Zeit und deine privaten Einblicke und wünsche dir alles Gute mit deinen Projekten und natürlich, dass dein Wunsch in zehn Jahren immer noch gesund zu sein in Erfüllung geht. Alles Liebe und vielen Dank.

Wenn ihr mehr über den Autor und seine Bücher erfahren wollt, besucht seine Homepage besuchen:
http://www.thomas-eppensteiner.at/


oder folgt ihm auf Facebook: https://www.facebook.com/eppensteinerautor

Wenn ihr den Autor gern persönlich kennen lernen wollt, dann nutzt doch die Gelegenheit, eine seiner Lesungen zu besuchen.

Die nächsten Termine sind:

(Das Triestingtaler Mordstrio; ©Manfred Wasshuber)


13. November 2015, 20.00 Uhr:


Hernstein
Volksheim Hernstein
Kirchensteig 2, NÖ




9. Jänner, 2016: 19.30 Uhr:


K.St.V. Dürnstein
Frankenberggasse 7
Wien

Und wenn ihr nichts mehr verpassen wollt, klickt euch doch auf der Facebook-Fan-Seite zu Lies und plausch mit Jenny ein!

Auf meiner Website www.jennifer-b-wind.com findet ihr alle bisherigen Specials aufgelistet.

Demnächst erwarten euch ein wundervoller Liebesroman, Erotik, humorvolles von der Nordseeküste und mehr. Und im Dezember gibt es ein Kinder- und Jugendbuch-Special, rechtzeitig vor Weihnachten! Vielen Dank schon vorab an den ARENA Verlag!
Also bleibt dran!

Bis bald bei Lies und plausch!
Eure Jenny


Donnerstag, 05.11.2015, 18:48

Liebe Leser/innen,

heute stelle ich euch ein Buch vor, das sehr brisant und aktuell ist und vor wenigen Tagen bei CW Niemayer erschienen ist. Es geht um vorhersehbare Polizeiarbeit und digitale Überwachung. Es handelt sich um den neuen Thriller aus der Feder von Astrid Korten, die ich euch schon einmal vorgestellt und interviewt habe. Aufgrund des neuen Thrillers bat ich die Autorin noch einmal vor den Vorhang und stellte neue Fragen zu ihrem aktuellen Buch.

Astrid Korten wurde 1962 im niederländischen Heerlen geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Essen. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Leiden und Maastricht und arbeitete viele Jahre als Marketing- und Vertriebsleiterin und als Geschäftsführerin renommierter Firmen.

Ihre große Leidenschaft aber ist das Schreiben, das sie 2004 zu ihrem Beruf machte. Bei ihrer akribischen Recherche lässt sie sich von Forensikern, Psychologen, Gentechnologen, Pathologen und Mediziner beraten. Über ihr bevorzugtes Genre, die Spannung, sagt Astrid Korten: „Psychopathen faszinieren mich. Sie leben außerhalb der Norm und meinen, über dem Gesetz zu stehen. Meine Feder kann genau so furchtbar und gnadenlos böse sein.“



Ich habe ihren neuen Roman schon vor dem Erscheinungstermin lesen dürfen. Hier ist meine ganz persönliche Meinung zum Buch:


(Cover: ©CW Niemayer)


EISKALTE VERSCHWÖRUNG

„Nachdem wir jetzt wissen, dass wir millionenfach abgehört werden, ist es ein Gebot der Höflichkeit, neben dem Gesprächspartner auch die Mithörer zu begrüßen.“
(© Dr. Achim Reichert (*1941), Physiker, ehem. Hamburger Politiker)

„Die Wanze an der Wand ist die Laus im Pelz, die den Floh im Kopf abhört.“
(© Erhard Horst Bellermann (*1937), deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker)


Eiskalt sind Astrid Kortens Bücher! Auch beim neuen Thriller geht es gleich im Prolog richtig gefühlskalt zu und wird mit Grausamkeiten nicht gegeizt. Am Beginn erleben die Leser den Mord an einer Frau mit aus der Sicht des Mörders Janus, einem Softwareentwickler (in Ich-Perspektive erzählt), der keine Skrupel kennt. Im Gegenteil. Er foltert langsam, beinahe poetisch, mit Hingabe, kostet das Spiel richtig aus. Dabei quält er sie nur bis zu einem gewissen Grad, damit sie nicht sofort sterben. Es erregt ihn, wenn die Frau sich vor Schmerzen windet. Der schnelle Tod befriedigt ihn nicht. Wie ein Künstler vollbringt er sein Werk und wie ein Künstler will er dafür bewundert werden...um gleich danach das nächste Opfer zu wählen.


Im Mittelpunkt des Thrillers steht jedoch die Neurologin und Psychiaterin Alexa Erbach, die an Diabetes leidet. Sie ist mit dem zynischen und nörgelnden Profiler Tom Diavelli verheiratet und hat mit ihm zusammen den siebenjährigen Sohn Josh. Ihr Vater Bardo hilft auch nach seiner Pensionierung als beratender Kriminologe aus.

Alexa wird von Frank Ponti von der Firma Neurotec angefordert. Sie soll die Projektleiterin des neuen Projekts CHIMÄRE werden. Chimäre ist eine Mind-Machine, die mit dem Polizeiprogramm Pre-Pol verknüpft die Verbrechen der Zukunft entdecken und bekämpfen soll. Im Gegensatz zu Predictive Policing alleine verspricht das Programm eine bessere und zuverlässigere Aussage. Bei Alexa bleibt hingegen ein mulmiges Gefühl zudem meint sie Frank Pontis Stimme schon einmal irgendwo gehört zu haben.

Dann erleidet ihr Vater einen Herzanfall, ab diesem Zeitpunkt bleibt in ihrem Leben nichts mehr wie es war und sie und ihre Familie geraten in große Gefahr.

Astrid Korten schreibt Bücher mit Bestsellergarantie, so wird der vorliegende Thriller sicher auch sprunghaft die Bestsellerlisten empor klettern.

Die Autorin hat einen Thriller der Sonderklasse verfasst, gewohnt qualitativ hochwertig. Ihr Schreibstil ist schnörkellos, detailreich, ihre Ausdrucksweise ist prägnant, teilweise poetisch und immer sehr ausgefeilt. Die Geschichte entwickelt von Anfang an einen unbeschreiblichen Sog, der den Leser wie ein Strudel in den Abgrund zieht.

Ihre Figuren agieren glaubhaft und authentisch. Die Charaktere sind wundervoll gezeichnet. Der Leser kann sich stets einfühlen, manchmal kippt man sogar zu sehr rein so mitreißend ist die Geschichte geschrieben, aus der es kein Entrinnen gibt.

Als Schauplätze fungieren unter anderem Berlin und Russland. Nach Angaben der Autorin sind die Idee zu diesem Thriller und der Mörder aus einer ihrer preisgekrönten Kurzgeschichten entstanden.

Astrid Korten ist auch bekannt dafür aktuelle Geschehnisse oder brisante Themen in ihre Thriller zu packen und darum einen stringenten Plot zu konstruieren. Im vorliegenden Roman hat die Autorin sich dem Thema Predictive Policing gewidmet und auch der Möglichkeit mittels Mind Machine tief in die Köpfe der Menschen zu dringen, um Taten und Gedanken auszuwerten und Zukünftiges vorherzusehen. Das ist längst keine Zukunftsmusik mehr.

Des Weiteren thematisiert die Autorin auch den Missbrauch der digitalen Überwachung mittels eigener Softwares und liefert somit jede Menge Diskussionsstoff, weit über die spannende Lektüre hinaus.

Die Autorin verwendet wieder mehrere Erzählperspektiven, die sie gekonnt miteinander verflicht. Alle münden am Ende in einen roten Faden. Korten führt den Leser auf eine gnadenlose Achterbahn, quält uns mit Gewaltdarstellungen, lockt mit falschen Fährten, überrascht mit unglaublichen Wendungen und sorgt für Herzklopfen bis zum fulminanten, nicht vorhersehbaren und wohldurchdachten Show-Down, nachdem man als Leser allerdings immer noch nicht aufatmen kann, sondern mit einem mulmigen Gefühl schlafen geht.

Wie viel in diesem Thriller ist noch Fiktion, wie viel ist Wirklichkeit? Wie wird unsere Vergangenheit unsere Zukunft beeinflussen? Sind wir überhaupt noch sicher in dieser Welt? Oder existieren von uns geheime Aufzeichnungen, die vielleicht schon bald gegen uns verwendet werden?

Auch bleiben einige Punkte in der Geschichte der Protagonisten am Schluss offen, was auf eine Fortsetzung mit Alexa Erbach hoffen lässt. Das Nachwort der Autorin bringt den Lesern interessante Fakten rund um die brisanten Themen nah.

Fazit: Hier schreibt eine Meisterin ihres Fachs. Astrid Kortens neuer Thriller „Eiskalte Verschwörung“ ist noch packender, grausamer, eindrücklicher und abgründiger als alle Bücher bisher. Ein eiskaltes und schockendes Leseerlebnis, das sibirische Temperaturen ins Wohnzimmer holt, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Ein Lese-Highlight für alle Thriller-Liebhaber und sicher einer der Top-Thriller des Jahres!



Meine anderen Rezensionen und drei Videos zu ihren vorherigen Büchern findet ihr hier: http://www.woman.at/mywoman/jbwind/20140108/


Ich habe der Autorin einige Fragen zu ihrem aktuellen Thriller gestellt. Viel Spaß beim Lesen.

Liebe Astrid, danke, dass du dir Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. Ich habe dich schon einmal interviewt. Die Leser/innen können dieses Interview hier nachlesen: http://www.woman.at/mywoman/jbwind/stories/842730/
Heute beziehe ich mich deshalb nur auf deine aktuellen Projekte.
Vor kurzem wurde dein neuer Thriller „Eiskalte Verschwörung“ im CW Niemeyer Verlag veröffentlicht. Wieder beginnt der Titel mit dem Wort eiskalt. Bleibt das ein Wiedererkennungsmerkmal?


Ich hatte einen anderen Titel bevorzugt, aber der Verlag hat anders entschieden. Und ja, „eiskalt“ und Astrid Korten sind in der Thriller-Welt ein Markenzeichen. Wer meine Thriller kennt, weiß, dass „eiskalt“ der Terminus für die Handlungen der Pro- und Antagonisten ist, aber nicht für den Thriller an sich. Die sind viel vielschichtiger als nur „eiskalt“. In meinem neuen Roman ist die Gewalt eine Metapher für den Missbrauch der digitalen Überwachung und seine Folgen, nicht nur für die Versehrung des Körpers. In „Eiskalte Verschwörung“ brütet ein Softwarespezialist im stillen Kämmerlein am Computer Böses aus – ohne jegliche Empfindung, leise, bedrohlich und mit verheerenden Folgen. Gewalt ist hier die Sprache der Sprachlosen. Ich zitiere jetzt mal die Kritik: „Um ihre Antagonisten noch furchteinflößender erscheinen zu lassen, evoziert Korten eine Ästhetik der Brutalität, die jedoch niemals als inflationäre Effekthascherei, sondern als behutsam dosiertes Stilmittel eingesetzt wird. Korten schafft somit eine beängstigende Atmosphäre kalter Sterilität, beherrscht aber gleichzeitig die Kunst, nicht emotionslos zu verbleiben.“
Das zum Terminus „eiskalt“. Aber ich kann auch anders. Im kommenden Jahr erscheint „Die verlorenen Zeilen der Liebe“ – ein zarter Liebesroman um eine Amour fou. Da lernen meine Leser mal eine ganz andere Seite von mir kennen.




Von dir ist man bereits gewöhnt, dass du brisante und nicht immer angenehme Themen wählst, die auch manchmal polarisieren. So auch im neuen. Das große Überthema ist Predictive Policing, also vorhersehende Polizeiarbeit. Wie bist du auf die Idee gekommen darüber einen Thriller zu schreiben?

Echt? Wird schon polarisiert? Dabei ist der Thriller doch erst vor einigen Tagen erschienen. Ich habe Eiskalte Verschwörung bereits vor zwei Jahren geschrieben und meine Agentin hat ihn vielen großen Verlagen angeboten. Aber es hieß immer – kein aktuelles Thema. Seit Snowdon änderte sich das schlagartig. Predictive Policing ist in „Eiskalte Verschwörung“ nur ein Aufhänger für die Geschichte um eine Kriminalistendynastie, die im Visier eines üblen Softwarespezialisten gerät. Es geht um Begriffe mit der Vorsilbe „Ver“ wie Verschwörung, Verrat, Verachtung, Verängstigen, Verheimlichen, Vernetzen, um nur einige zu nennen. Daher auch die Positionierung der Vorsilbe auf dem Cover.
Ein Freund von mir schreibt Polizeisoftware und wir haben oft über die digitale Überwachung diskutiert. Predictive policing: Polizisten sitzen vor dem Computer und können genau voraussagen, wo im Laufe des Tages Verbrechen geschehen werden, so wie Meteorologen das Wetter voraussagen. Per E-Mail schlägt das Windows-Programm automatisch Alarm, wenn irgendwo in der Stadt neue Einbrüche drohen. Ich habe mir die Frage gestellt, ob PrePol der Beginn einer Revolution in Sachen Polizeiarbeit sein könnte. In der Praxis liegt das System oft richtig, denn in Los Angeles, Zürich und Berlin wird die Software bereits mit Erfolg eingesetzt. Mir ging es in erster Linie darum, mal auf spannende Weise zu zeigen, was ein Missbrauch bewirken kann.



(Instagram Aktion beim Dotbooks Stand; Frankfurter Buchmesse 2015; ©Astrid Korten )


Das Thema ist mir zum ersten Mal in einem Film mit Tom Cruise aufgefallen, mittlerweile ist es nicht mehr allzu Sci-Fi-Mäßig sondern es sieht so aus, als könnte es wahr werden. Was denkst du?

Predictive Policing soll die Einbruchsraten senken. Das Programm hat nichts mit dem berühmten Blick in die Glaskugel zu tun. Es ist knallharte Kriminologie und Statistik, die menschliches Verhalten analysiert. Die Software-Entwickler betonen, dass keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Stimmt das? Keine Ahnung. Die Unterlagen, die Edward Snowden der Welt präsentiert hat, beweisen den Missbrauch der digitalen Überwachung. Warum nicht auch bei einer Überwachungssoftware? Das Programm könnte auch die Standorte von Mobilfunknutzern und die Daten von Social Media oder anderen Quellen nutzen, obwohl das verständlicherweise abgestritten wird. Ich glaube, dazu bedarf es einer richterlichen Genehmigung. Aber wie heißt es in prekären Situationen: Gefahr im Verzug. Ich bin mir sicher, dass alles machbar ist. Einbrecher sind übrigens Gewohnheitstiere. Das mag für uns erstaunlich klingen, aber die Täter kehren häufig innerhalb weniger Tage an einen Tatort zurück. Menschen hinterlassen immer ein Muster. Egal ob sie „normal“ sind oder „kriminell “.

Außerdem geht es um die sogenannte Mindmachine, die im Buch in Verbindung mit den anderen Systemen genutzt wird. Hältst du es für denkbar, dass solche Systeme schon angewandt werden und wir einfach nichts darüber wissen?

Es gibt in der Werbeindustrie unzählige Studien in Sachen visuelle Beeinflussung. Geh heute ins Kino. Der Hauptdarsteller trinkt in einem spannenden Streifen nach einer brenzligen Situation immer eine Coke. In der Pause gehen viele Besucher an die Kino-Bar und trinken eine Coke. Zufall? Nein. Oder frag mal was 007 trinkt. Jeder weiß das: Martini, gerührt, nicht geschüttelt! Seit 007 verzeichnet Martini unglaubliche Zuwachsraten.
Die Mindmachine in „Eiskalte Verschwörung“ bedient sich ebenfalls der visuellen Beeinflussung. In Guantanamo wurde sie bei den Insassen während Schlaf/Wachphasen eingesetzt. Sie verursacht eine optische Täuschung, die auf die Nachbildwirkung auf der menschlichen Netzhaut zurückgeführt wird, während gleichzeitig Töne eingespielt werden. Diese Töne in Zusammenwirkung mit den Lichteffekten nehmen Einfluss auf den mentalen Zustand (Befindlichkeitsveränderungen und subjektive Wahrnehmungen, Epilepsie-Anfall). Unangenehm sind auch plötzliche Frequenzübergänge oder Störungen, die zu einer vorübergehenden Desorientierung und unkontrollierten Bewegungen (wie bei einer Szene im Buch) führen können. Die Mindmachine kann überall im Netz in Kleinformat bestellt werden. Sie wird als „Schlaf-Kick“ eingesetzt. Aber niemand kennt die möglichen Nebenwirkungen, die auch bei den kleinen Ausführungen auftreten können.


Wie hast du recherchiert, was war am Schwierigsten in der Vorbereitung zum Buch?

Es gab keine großen Schwierigkeiten. Ich habe den Roman – wie bereits erwähnt - vor zwei Jahren geschrieben und im März 2015 fertiggestellt. Recherchiert habe ich auch vor zwei Jahren. Durch meine frühere Tätigkeit als Unternehmerin habe ich das Glück, weltweit viele Menschen zu kennen, die in unterschiedlichen Branchen arbeiten. Andere wiederum lerne ich durch meinen Beruf als Autorin kennen. Recherche ist das A und O. Sonst wird das nichts mit einem Roman.

Die digitale Bewachung ist ebenfalls Thema. Sind wir nicht bereits alle gläserne Menschen?

Google-Chef Eric Schmidt drückte es so aus: „Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir können mehr oder weniger wissen, was du denkst.“
In Deutschland wird der Staat die neue Software quasi durch die Hintertür einführen, ohne öffentliche Diskussion. Dadurch sind Unsicherheiten in der Bevölkerung vorprogrammiert. Eine Persönlichkeitsverletzung ist möglich und die Vorkommnisse in der Vergangenheit haben das bewiesen. Spionieren ist in. Deshalb ist Transparenz so wichtig. Im Zeitalter der NSA-Schnüffler und anderer umstrittener Methoden zur Massenüberwachung wecken neue Technologien Ängste. Durch eine aktive und offene Kommunikation können die verantwortlichen Stellen zur Beruhigung beitragen und Missverständnisse vorbeugen. Besonders wichtig gilt es, die physische wie auch die digitale Identität zu schützen. Es liegt in den Händen der Anwender, dass die Prognose-Software nicht missbraucht wird oder die Daten in falsche Hände geraten oder womöglich falsch interpretiert werden. Ich möchte nicht, dass der Nachrichtendienst oder der Staatsschutz mich im Visier hat, weil ich als Autorin zum Beispiel brisante Themen im Netz recherchiere und besagte Stellen womöglich falsche Schlüsse ziehen. Systeme kann man aber umprogrammieren. Experten können heute alles „einbauen“, nimm die NSA. Die sammelt alles. Was lässt der amerikanische Staat durchgehen und was nicht? Die Politik ist in der Verantwortung. Aus den USA hört man vom Einbezug von Social Media und anderen Datenquellen. „Man“ experimentiert. Der Einsatz von Überwachung mittels Drohnen oder der Einsatz der Mindmachine bei den Gefangenen in Guantanamo ist auch bekannt.



(Astrid Korten mit ihren Fans bei der Frankfurter Buchmesse 2015; ©Astrid Korten)


Sebstian Fitzeks neues Buch handelt ebenfalls von Pre Pol. Ein witziger Zufall. Hast du sein Buch gelesen und falls ja, in welchen Punkten unterscheidet sich euer Buch gewaltig.


Konkurrenz belebt das Geschäft. Sebastians Roman habe ich nur angelesen und soweit ich es beurteilen kann, ist unser einziger Berührungspunkt ein Hauch Predictive Policing. „Eiskalte Verschwörung“ ist ein völlig anderer Thriller, in dem Innenministerium und Kreml, Intrigen und Machtmissbrauch vor dem Hintergrund der digitalen Verbrechensbekämpfung eine große Rolle spielen. Ich verknüpfe die Geschehnisse des 1. Halbjahres 2015 (Überwachungsskandal Bundestag, etc) mit der Geschichte einer Kriminalistendynastie, die im Visier eines psychopathischen Softwarespezialisten gerät. Außerdem wird mit meinem Roman eine neue Serienfigur eingeführt: Alexa Erbach, eine Forensikpsychiaterin, die in vier weiteren Romanen brisante Verbrechen auf der Spur kommt. Das nächste Manuskript ist schon in Arbeit und wird ein spannender Psychothriller.

Deine Protagonistin leidet an Diabetes. Hast du zur Krankheit einen Bezug?
Meine Protagonistin Alexa Erbach ist Forensikpsychiaterin, die ihre Arbeit mit den Insassen sehr liebt. Dabei vergisst sie manchmal auf ihre Gesundheit zu achten. Bei Diabetes sollte man das tunlichst sein lassen. Ich kenne einige Menschen, die an Diabetes Typ I und II leiden. Es ist heimtückische Erkrankung, die unangenehme Folgen haben kann, wenn man sie nicht im Auge behält.

(Die Autorin mit dem Ehepaar Gmeiner beim Gmeiner Verlags Stand bei der Frankfurter Buchmesse 2015; © Astrid Korten)


Im Frühjahr erscheint dann auch einer deiner Dotbooks Thriller als Lizenzausgabe bei Gmeiner. Freust du dich?

Ja, sehr. Ich habe meine Lektorin und das Ehepaar Gmeiner auf der Frankfurter Buchmesse kennengelernt. Sehr sympathische Menschen. Eiskalte Umarmung ist mein erster Psychothriller, der im vergangenen Jahr ein Platz 1 Bestseller war. Ich hoffe, dass ich mit der Printausgabe auch viele Leser erreichen werde.

Ganz bestimmt! Rückblickend, welches deiner Bücher liegt dir am meisten am Herzen?
Schwierige Frage. Ich mag sie alle. Es sind so unterschiedliche Thriller. Sie sind sozusagen wie meine Kinder, die ich alle sehr liebe, obwohl sie so verschieden sind.

Woran arbeitest du zur Zeit?
An verschiedenen Projekten. Es gibt eine Fortsetzung mit Alexa, anders als vermutet und ein richtig cooler Psychothriller – ohne Blutvergießen, aber mit totalem Gänsehautfeeling.

Womit kannst du nur schwer leben?
Wenn meinen Kindern etwas zustoßen würde.

Ich glaube diese Antwort kann jede Mutter nachvollziehen. Was wünscht du dir für die Zukunft?
Mit meiner Agentin interessante Projekte realisieren.

Was ist deine persönliche Meinung zur momentanen Flüchtlingskrise in Europa?
1,5 Millionen Flüchtlinge könnten in diesem Jahr nach Deutschland strömen. Das Land ächzt unter den Belastungen. Die Kanzlerin bleibt bei ihrem „Wir schaffen das“. Aber schaffen wir das wirklich? Angela Merkel verteidigt offensiv ihre Flüchtlingspolitik. Angesichts des anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen und Migranten wächst in der deutschen Bevölkerung die Skepsis, ob sich die damit einhergehenden Herausforderungen meistern lassen. Die Zweifel an Merkels Devise „Wir schaffen das“ werden immer lauter und offener geäußert, nicht zuletzt in ihrer eigenen Partei und Koalition. Für die notwendigen geordneten Prozesse braucht Deutschland vor allem in Europa noch mehr Mitstreiter. Einige Länder drücken sich aber noch vor der Verantwortung. Kurzfristig ist meines Erachtens nicht mit einer Bewältigung der Krise zu rechnen. Ich glaube auch, dass es in Deutschland zu absehbaren Veränderungen innerhalb der deutschen Gesellschaft kommen wird, aber dass die Gesellschaft in ihrer Grundausrichtung erhalten bleibt.

Du planst ja einen Jahrhundertroman, wie du mir beim letzten Interview erzählt hast, er soll in zwei Teile gegliedert sein und nach wahren Dokumenten aus den 40er Jahren entstehen. Gibt es diesbezüglich schon etwas Neues? Ist der Roman schon fertig?

Das wird noch etwas dauern. Die Recherche erfordert enorm viel Zeit. Ich nehme mir das Manuskript immer wieder zwischen zwei Projekten vor. Es ist wie „Ich liebe dich“: ein Roman ich, ein Roman Liebe, ein Roman dich, also Fabel, Sujet und Psychologie.



(Wir schenken ein! Mit Astrid Korten am Dotbooks Stand bei der Frankfurter Buchmesse 2014; ©privat)



Hört sich spannend an. Das Jahr geht zu Ende und mit der Adventszeit lässt man das alte Jahr Revue passieren. Welche Eckpunkte fallen dir da ein, gute und schlechte.

Das Jahr begann im Januar mit den Dreharbeiten auf Schloss Hugenpoet zum Buchtrailer „Eiskalter Plan“. Toll. Im März erschien dann der Roman und er wurde ein erfolgreicher Psychothriller. Besondere Lesungen gab es im Rathaus Essen oder in der Rechtsmedizin Köln. Dann habe ich einige sehr nette Drehbuchkollegen kennengelernt, meine Kinderbücher sind unter Dach und Fach, meine Kurzgeschichte Sibirien stand im Finale WMC in LA, mein hochbrisanter Thriller „Eiskalte Verschwörung“ wird als Top-Thriller vom Verlag beworben. Es gibt so vieles, worüber ich mich rückblickend freue. Über zukünftige Projekte will ich noch nichts sagen. Nur so viel: Zum Glück gibt es Glück. Im nächsten Jahr passiert einiges.


(Mit Astrid Korten und Timothy Sonderhüsken am Dotbooks Stand bei den Interview Vorbereitungen, Frankfurter Buchmesse 2014; ©privat)


Wie wird 2016? Hast du Vorsätze? Beziehungsweise was wünscht du dir für 2016?

2016 wird ein wunderbares Schreibjahr, weil ich tolle Projekte in der Pipeline habe. Dann wünsche ich mir eine erfolgreiche Einführung beider Romane, die pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2016 erscheinen werden. (März 2016)


(PROST! Mit Astrid Korten bei der Frankfurter Buchmesse 2014 am Dotbooks Stand; ©privat)


Liebe Astrid, vielen Dank für das Gespräch und viel Glück und Erfolg weiterhin mit deinen Büchern und Toi Toi Toi für die nächsten beiden Romane!


Wer mehr über die Autorin und ihre Bücher erfahren will, kann ihre Homepage besuchen:
http://www.astrid-korten.com/

oder ihr auf Facebook folgen: http://www.facebook.com/Astrid.Korten.Autorin
Hier plaudert Astrid Korten noch über Kunst und Musik: http://www.woman.at/mywoman/jbwind/20140112/


Und wenn ihr nichts mehr verpassen wollt, klickt euch doch auf der Facebook-Fan-Seite zu Lies und plausch mit Jenny ein!


Auf meiner Website www.jennifer-b-wind.com findet ihr alle bisherigen Specials aufgelistet.

Demnächst erwarten euch ein wundervoller Liebesroman, Erotik, Krimis und mehr. Und im Dezember gibt es ein Kinder- und Jugendbuch-Special, rechtzeitig vor Weihnachten! Vielen Dank schon vorab an den ARENA Verlag!
Also bleibt dran!

Bis bald bei Lies und plausch!
Eure Jenny


Samstag, 31.10.2015, 18:09

Liebe Leser/innen,

heute verlasse ich die ausgetretenen Pfade des Mainstreams und stelle euch eine österreichische Ausnahmekünstlerin vor und ein Reisebuch der besonderen Art über mein persönliches Lieblingsland Australien.
Beatrix Kramlovsky ist eine österreichische Schriftstellerin und bildende Künstlerin. Ihr neues Buch „Australien – Zwischen Aussteigern und Neuzeitnomaden“ ist im Juni 2015 bei reisebuch.de erschienen. Darin finden sich nicht nur ihre Reiseerlebnisse sondern auch Zeichnungen. Somit wird das Buch zu einem besonderen und einzigartigen Schmuckstück.


Doch bevor ich näher auf das Buch eingehe ein paar Worte zur Person:


(©Beatrix Kramlovsky)

Die Schriftstellerin und bildende Künstlerin Beatrix Kramlovsky ist 1954 in Steyr, OÖ. geboren, studierte in Wien Sprachen und veröffentlichte nebenher Short Storys und Essays in österreichischen und deutschen Zeitungen und Anthologien.
Anfang der Achtziger Jahre begann auch die Ausstellungstätigkeit als bildende Künstlerin. Ein arbeitsbedingter 4-jähriger Aufenthalt in Ostberlin (1987- 1991) führte zu Publikationsverbot in der DDR und intensiver Auseinandersetzung mit Nischenkultur und Arbeiten zum Begriff Freiheit. Illegale Ausstellungen folgten in Dresden, die erste Romanveröffentlichung in Österreich.

In der Erwachsenenbildung international als Literaturvermittlerin tätig, der Schwerpunkt liegt auf Vergleich und Gegenüberstellung von Geschichten, die von Frauen aus unterschiedlichen Kulturregionen weltweit verfasst wurden. Tutorien und Workshops (kreatives Schreiben zu bestimmten Schwerpunkten) an Schulen und ausländischen Universitäten, bisher in Europa, im Vorderen Orient und Mittelamerika tätig.


Zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland, Beteiligung und Organisation von interdisziplinären Kunstprojekten. Begeisterte Reisende und überzeugte Europäerin. Die wichtigsten Themen sind Ausgrenzungen unterschiedlichster Art, politische, geographische, gesellschaftliche Limitierungen und der Umgang damit.


Die Autorin ist begeisterte Reisende und Gärtnerin sowie Mitglied mehrerer nationaler und internationaler SchriftstellerInnen- und KünstlerInnenverbände. Von 2009 – 2013 Mitglied des NÖ. Kultursenats
Preise:
1997 Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur
2003 Hans-Weigel-Stipendium des Landes Niederösterreich
2006 Artist in Residence in Boswil/Schweiz
2007 Artist in Residence in Paliano/Italien
2008 Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur
2004, 2005, 2014 nominiert für den Friedrich Glauser-Preis für die beste Krimikurzgeschichte im deutschen Sprachraum



2015 sind neben Kurzgeschichten und Rezensionen zwei Bücher erschienen.
„Invasion der Wünsche


Rosa will ihrem Leben ein selbstbestimmtes Ende bereiten. Von ihren Ängsten überwältigt hat sie das Gefühl für Familienprobleme und Disharmonien verloren, lässt Freunde und Lieben hinter sich, um in Süditalien, wo ihrer Meinung nach alles begonnen hat, tödlichen Frieden zu finden. Doch auch ihre Enkelin Johanna kann gut mit Geheimnissen umgehen und nutzt sie ungeniert, um die Familie zu retten. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
(erschienen im Kitab Verlag)


Das zweite Buch ist besagtes Reisebuch, das ich auch gelesen habe.
Hier wie immer meine ganz persönliche Meinung.


(Cover; reisebuch.de)

„Australien – Zwischen Aussteigern und Neuzeitnomaden“

Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern vordringen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen.
(André Gide)

Beatrix Kramlovsky ist eine reiselustige Autorin, was die Leser/innen spätestens seit ihrem Prosaband „Die Erde trägt ein Kleid aus Worten“ wissen.


Aber auch zahlreiche Reise-Essays und Kurzgeschichten, mit denen sie ihre Eindrücke und Erlebnisse aus fremden Ländern niederschreibt und der Öffentlichkeit zugänglich macht, stammen aus der Feder der Autorin.


Mit „Australien – zwischen Aussteigern und Neuzeitnomaden“ liegt nun ein erstes reines Reisebuch vor. In neun Kapiteln erzählt sie interessante Begebenheiten auf ihrem Weg durch den spannenden Kontinent und garniert das Ganze mit zahlreichen Zeichnungen. Das Buch ist nicht wie ein herkömmlicher Reiseführer zu verstehen. Schautafeln, Fotos Wegbeschreibungen und dergleichen findet man hier nicht. Im Gegenteil, Beatrix Kramlovsky lässt die Leser/innen lieber ihre ganz persönlichen Reise miterleben und teilt intime und eindrucksvolle Momente mit ihnen und ist ähnlich wie ein Tagebuch verfasst.

Von Kuala Lumpur aus fliegt sie am 25. Februar, zu einer Zeit in der es in Österreich noch kalt und ungemütlich ist, zusammen mit ihrem Ehemann nach Melbourne, der ersten Station auf der zweimonatigen Reise durch den wohl vielseitigsten Kontinent der Erde.
Melbourne zieht die Autorin sofort in ihren Bann, vor allem die Museen und Ausstellungen faszinieren die sie, die selbst auch als bildende Künstlerin tätig ist, so besucht sie unter anderem die „Bush Art Fashion“ Ausstellung von Linda Jackson, die Aborigine Muster und Formen in Kleider überträgt.


Der zweite Anziehungspunkt für die Autorin sind die botanischen Gärten, die es in Australien zu Hauf gibt, besonders schön sind die Gärten in Melbourne, Sydney und Perth.


Nach Melbourne sind Sydney, Adelaide und Kangaroo Island weitere Stationen, bevor die Autorin Anfang März mit dem Zug nach Alice Springs fährt, von wo aus sie nach Perth fliegt, um dort ihre Reise mit dem Camper zu starten.

Und hier beginnt das eigentliche Abenteuer, weit abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Beatrix Kramlovsky entführt die Leser/innen in den Süden nach Denmark, zu den Karri Wäldern und die ganze Küste entlang. Wenige Tage später bricht das Ehepaar in den Norden Westaustraliens auf, wo sie vor allem wieder an der Küste entlang fahren.


In Form von humorvollen und interessanten Anekdoten mit Aussteigern, Immigranten und sogenannten Grey Nomads, bringt sie auf 166 Seiten das für viele noch fremde Land näher, das für Abenteuer berüchtigt ist und liefert unbekannte und unerwartete Einblicke. So macht der Ehemann nachts beim Gang zur Toilette beinahe eine unerfreuliche Bekanntschaft mit einem giftigen Skorpion.

Sensibel und wunderbar erzählt in ihrer gewohnt poetischen Sprache entwickelt das Reisebuch einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Feinfühlig gliedert sie die Erlebnisse mit den Menschen, die sie trifft ein und bringt sie den Leser/innen näher, so dass man die Beweggründe der Einzelpersonen nachvollziehen kann, wenn auch nicht immer verstehen.


Wenn ein Rentner-Ehepaar all ihr Hab und Gut verkauft, um im Wohnwagen kreuz und quer durch das Land zu fahren, erscheint es uns Europäern doch sehr gewagt und riskant. Doch nicht nur an diesem Beispiel lernt man Australien und deren Menschen kennen, die Autorin spricht genauso mit Aussteigern und Teilzeitreisenden, mit denen sie sich sowie die Leser/innen bestimmt noch am besten identifizieren kann. Auch allerlei Naturerlebnisse sowie zahlreiche Tierbegegnungen erfreuen Autorin und Leser/innen gleichermaßen.


Die zauberhaften Illustrationen mit denen alle Kapitel versehen sind, machen Lust auf mehr und lassen das Reisebuch unter allen ähnlichen Büchern hervorstechen.

Fazit: Ein besonderes und sehr lesenswertes Buch für Menschen, die davon träumen, den roten Kontinent einmal zu besuchen, für jene, die schon dort waren und nicht mehr von diesem ursprünglichen und faszinierenden Land loskommen und für alle, die sich lieber vom Sofa aus ins Abenteuer stürzen.


Mein Top-Tipp für den Winter, denn in Australien hat der Sommer bereits begonnen....




Wer gerne mehr über die Autorin und ihr Buch wissen möchte, dem wünsche ich nun im Anschluss viel Spaß beim Lesen des Interviews.

Liebe Beatrix danke, dass du dir Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. Du hast ein Reisebuch geschrieben über deine Erlebnisse in Australien. War das schon vor Reiseantritt dein Ziel, darüber ein Buch zu schreiben?
Ich wusste, dass ich sicher Stoff für Artikel finden würde. Außerdem schreibe ich immer ein Reisetagebuch und führe unterwegs Gesprächsprotokolle. Tatsächlich erschienen dann in der österreichischen „Presse“ und in einem US-Reiseblog Essays, bevor die Anfrage aus Deutschland kam, ob ich einen speziellen Zugang zu einem Buch über Reisen in Australien hätte. Da konnte ich dann auf meine Stoffsammlungen zurückgreifen.



(Am Fuß des Uluru; ©Beatrix Kramlovsky)

Du verreist jedes Jahr ein paar Monate, aber über die anderen Reisen gibt es kein Reisebuch. (Allerdings hast du einmal alle deine Reisen in einem Buch zusammengefasst unter dem Titel „Die Erde trägt ein Kleid aus Worten“) Warum?
Ja, dieses Buch erschien in zwei unterschiedlich dicken Auflagen und die zweite wurde dann auch übersetzt und erschien in den USA als E-Book ohne Zeichnungen und Fotos unter dem Titel „Memoirs of a Vagabond“. Ich brauche viele Aufzeichnungen für Romane und Erzählungen. Da ich mich weniger als Reiseschriftstellerin sehe, sondern als Schriftstellerin unterwegs, liegt mein Augenmerk auf der Menschenbeobachtung, die ich gezielt für Fiktion einsetzen kann.
Essays über Land und Leute gehen immer, aber wenn ich in einem Roman stecke, kann ich nicht gleichzeitig Nonfiction schreiben. Das ist mir zu viel.


Was hat Australien, was andere Länder nicht bieten?

Es fasziniert mit seiner Menschenleere und seinen Farben. Gut, das bietet Nordamerika auch, aber Australien scheint für so viele Europäer ein Sehnsuchtsland zu sein. Ich wollte wissen, warum. Die Gesellschaft wirkt sehr entspannt im Vergleich zu unserer. Außerdem bietet es Wüsten ganz eigener Art, natürlich die Tierwelt und eine ungemein spannende Kunstszene. Wir verstehen sowieso viel zu wenig von den unterschiedlichen Kulturen der Ureinwohner, aber in den letzten Jahrzehnten hat doch ein Dialog, gerade unter Künstlern und Wissenschaftlerinnen, eingesetzt, der auch für andere Kontinente spannend ist.



Könntest du dir vorstellen, in Australien zu leben? Wenn ja, warum? Wenn nein, weshalb nicht?


Vor fünfzehn Jahren gab es Gedankenspiele in diese Richtung. Aber nie echtes Auswandern, sondern ein zeitlich begrenzter Aufenthalt. Ich bin jemand, der für Monate und Jahre aus Europa weggehen kann oder könnte, wenn es die familiäre Situation erlaubt. Aber ich möchte immer wieder zurückkehren.
Australien stand einfach lange auf meiner Wunschliste, weil meine Eltern in den fünfziger Jahren dorthin auswandern wollten und nur durch einen Zufall daran gehindert wurden. Mir hat Vieles dort gefallen, nicht nur in den großen Städten. Die Offenheit der Menschen war bemerkenswert. Was mich immer noch irritiert, ist der fahrlässige Abbau von Bodenschätzen. Mich hat nicht nur die Macht der Bergbaugesellschaften, sondern auch die Ausverkaufsmentalität erschreckt.





(Perth vom botanischen Garten aus; ©Beatrix Kramlovsky)

Denkst du dass du es in diesem Leben noch einmal nach Australien schaffst, oder bist du mit dem Kontinent „fertig“?

Fertig kann man doch nie sein. :-) meine Wunschliste ist sehr lange, und ja, da gäbe es noch Einiges in und rund um Australien, das ich gern in natura erleben, riechen, fühlen möchte. Ich versuche, wenig zu planen, weil ich sowieso ein Workaholic bin. Manchmal ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten – und dann stürze ich mich voller Freude hinein. Wer weiß, was noch kommt.




Was ist dein absolutes Lieblingserlebnis der Reise?
Es gab Mehrere, muss ich mich wirklich entscheiden?
Ich liebte den Karinjini Nationalpark oder Kangaroo Island. Es gab sehr berührende Gespräche mit Fremden in traumhafter Umgebung, das waren einfach Geschenke. Es war wieder dieses Erlebnis von unendlich viel Platz und Raum, das ich schon aus Afrika und Nordamerika kenne, und das für Europäer immer umwerfend ist.




(im Karijini Nationalpark; die Autorin liebt die versteckten Teiche in den Schluchten;
©Beatrix Kramlovsky)

Was war die größte Herausforderung für dich?

Physisch? Nicht aufs Trinken zu vergessen in diesen knochentrockenen Wüsten, die in jenem Jahr teilweise sehr grün aussahen. Und die wirklich notwendige Menge Wasser zu trinken, um nicht in Schwierigkeiten zu kommen.




(Remarkable Stone auf Kangaroo Island; © Beatrix Kramlovsky)

Wieso gibt es in Europa nicht so viele Grey Nomads (Anmerkung der Redaktion: Pensionisten, die im Wohnwagen das Land erkunden). Was denkst du?
Es wird wohl mehrere Gründe dafür geben, aber der wichtigste ist, dass wir harte Winter haben, die ein so problemloses Reisen wie in Australien verhindern, dass wir prinzipiell sesshafter sind, (wir leben auch viel gedrängter auf sehr viel weniger Platz). In Europa gibt es Sprachbarrieren, unterschiedliche soziale Systeme; die Grey Nomads geben ja oft ihre Wohnungen und Häuser auf und leben jahrelang auf der Straße.
Ich habe übrigens im Juni in Süditalien ein Paar aus Sydney getroffen, das einen Europaaufenthalt für mehrere Jahre plante, in der Türkei ein Boot kaufte und nun von Küste zu Küste tuckert, um sich so viel wie möglich anzuschauen. Skandinavien planen sie natürlich in einem Sommer. Allerdings war ihnen nicht klar, wie unterschiedlich die europäischen Bürokratien arbeiten und dass ihr Geld nur für die Hälfte der geplanten Zeit reichen wird. Und sie haben kein Zuhause, wenn sie zurückkehren und dann auch kein Geld mehr für ein Haus. Sie wissen bereits jetzt, dass sie sich sehr, sehr einschränken werden müssen. Ich glaube nicht, dass viele Europäer dieses Risiko fürs Reisen auf sich nehmen würden.



(Sandpiste auf dem Meerenie Loup nordwestlich von Alice Springs; ©Beatrix Kramlovsky)

Was ist der Unterschied in einem Camper zu reisen? Hast du das vorher schon einmal gemacht? Welche Probleme ergeben sich daraus und was sind die Vorteile? Was überwiegt?
Nein, das war das erste Mal! Unser Camper war ja sehr klein und das fand ich eigentlich hauptsächlich komisch. Es machte wirklich viel Spaß, vor allem auch, weil alle Stellplätze so gut eingerichtet sind. Es gibt wenig enge, steile, kurvige Straßen, so wie bei uns. Man fährt meistens Hunderte Kilometer geradeaus, also ist es nicht wirklich anstrengend. Hauptsache, man bleibt wach.
Es stellte sich heraus, dass wir als Paar auch mit sehr, sehr wenig Platz gut auskamen. Das wussten wir natürlich vorher nicht. Aber es war zeitlich begrenzt, da ist sowas immer leicht. Wir waren außerhalb der Hauptsaison unterwegs, also brauchten wir nie befürchten, keinen Campingplatz mit Dusche und Küche zu bekommen. Wir sind beide geübte Rucksackreisende, das erleichtert auch einiges. Fein für mich war auch, wie es mit dem Arbeiten funktionierte. Ich musste in dieser Zeit mehrere Texte termingerecht liefern, wir waren zum ersten Mal als Paar so lange unterwegs, weshalb sich mein Mann darauf einstellen musste, seinen Urlaub mit einer berufstätigen Frau zu verbringen. Das problemlose Campen kam dem entgegen. Das hatte ich mir nicht so schön vorgestellt.



Interessant. Sydney oder Melbourne, welche Stadt hat dich mehr beeindruckt?
Sydney liegt natürlich hinreißend schön. Aber Melbourne war „meine“ Stadt. Eine spannende Mischung von unterschiedlichen Ethnien, eine lebhafte Kunstszene. Dort fühlte ich mich sehr zuhause, es war so offen, so lebendig. Ich hatte das Gefühl, dass man hier schnell heimisch werden darf. Auch wenn das vielleicht trügerisch war. Mir gings halt so.



(Melbourne; ©Beatrix Kramlovsky)

Bei mir ist genau umgekehrt, ich fühle mich in Sydney heimischer als in Melbourne, Sydney lebt irgendwie mehr als Melbourne und die Leute sind meiner Meinung auch offener und toleranter. Melbourne hat ein bisschen britischen etwas konservativeren Charme, also europäischer als Sydney. Das ist jedenfalls mein Eindruck, nach sehr vielen Aufenthalten. Kommen wir zurück zum Buch. Es ist mit Zeichnungen von dir versehen. Hattest du deinen Skizzenblock immer mit?

Ja, ich zeichne immer und überall. Man entdeckt Details dadurch. Und die wenigsten Menschen bemerken, wie sie beobachtet werden, selbst wenn sie gerade entspannt sind und Zeit haben.





(Teepflückerin in Thailand; ©Beatrix Kramlovsky)

Wenn du auswandern müsstest oder dürftest, wohin würde es dich am ehesten ziehen und warum?
Es ist ein Unterschied zwischen müssen und dürfen und ich bin in der privilegierten Lage, mir das Dürfen ausmalen zu können. Wir hatten in den Neunziger Jahren tatsächlich ein Weggehen kurz angedacht. Ostkanada bot damals Künstlern tolle Bedingungen an, die verführerisch waren. Aber unsere damals noch kleinen Kinder hatten gerade nach einer Übersiedlung wieder Anschluss und Freunde gefunden. Es wäre für sie wirklich schrecklich gewesen, einen weiteren Abschied zu nehmen.
Jetzt bin ich über sechzig. Richtiges Auswandern kommt vermutlich nicht mehr in Frage, unterwegs Sein natürlich immer. Ich glaube, Kanada wäre immer noch interessant für mich. Australien ist einfach so weit weg, die Flüge nach Europa ziehen sich wirklich. :-) Ich will nämlich Europa nicht missen. Das ist mir erst in den letzten Jahren so richtig klar geworden.




(Mutter und Kind; ©Beatrix Kramlovsky)

Wie viele Zeichnungen sind während der Reise entstanden?
Viele! Ich habe viele Skizzenblöcke. Und in den Schreibheften kritzle ich auch andauernd. Zuhause gehe ich dann alles durch. Dann entstehen Bilder oder große Grafiken aus Manchem. Aus den Skizzenblöcken zeige ich schon auch Blätter bei Ausstellungen. Ich sehe sie aber hauptsächlich als Ausgangs- und Arbeitsmaterial und als Erinnerungsstützen.



(Karijini Nationalpark; ©Beatrix Kramlovsky)

Hast du direkt während der Reise die Erlebnisse aufgeschrieben, oder nur Notizen gemacht, und erst zu Hause ein Reisetagebuch daraus erstellt?

Ich habe während der Australienreise ca. 150 Seiten Tagebuch geschrieben. Dazu kamen Zettel mit Anmerkungen und Hinweisen. Zuhause habe ich mich dann nach einigen Monaten damit auseinander gesetzt. Denn ein wenig Abstand braucht man ja, um herauszufinden, was wirklich wichtig war und weshalb.




(Finke River bei Helens Gorge; © Beatrix Kramlovsky)

Du zeichnest sehr gern mit Tusche. Was fasziniert dich daran?
Tusche kann man mit feinen Federn, Stiften, dicken Pinseln, mit Fingern und Schwämmen auftragen und in den unterschiedlichsten Schwarz- oder Brauntönen, je nachdem, welche Tusche man gerade bei der Hand hat. Ich liebe den schnellen Strich, ich bin davon gefesselt, die Flüchtigkeit einer Bewegung einzufangen, die Stimmung eines Menschen zu erfassen; das ist schon was Aufregendes. Und das geht mit Stiften und Federn am besten.


Du wurdest bereits dreimal für den Friedrich Glauser Preis nominiert, hast ihn aber nie erhalten. Wäre das noch ein Highlight für dich, diesen Preis einmal in den Händen zu halten? Oder hast du einen ganz anderen Traum?
Ja, der Kurzgeschichten-Glauser! Ich lasse mich überraschen. Die Kurzgeschichte ist eine ganz wunderbare literarische Möglichkeit. Ich höre ja nicht mit dem Schreiben auf, also vielleicht wird’s noch einmal was mit dem Glauser. Da Ausgrenzung und gewaltsamer Tod mit zu meinem Lebensthemen gehören, ist die Nähe zum Krimi ja immer wieder gegeben.





(Coverfoto: ©Kitab Verlag)

Zuletzt sind zwei Romane im Kitab Verlag erschienen und ein Gedichtband. Der letzte Roman „Invasion der Wünsche“ thematisiert das Tabuthema Sterbehilfe. Wie stehst du selbst dazu?
Nicht wirklich Sterbehilfe, sondern Suizid und das Recht darauf, das immer auch im Konflikt mit Verantwortung anderen gegenüber steht. Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden würde, wäre ich in der Lage, entscheiden zu müssen. Ich weiß nur, dass ich mir das Recht darauf nicht nehmen lasse und dass ich es annehmen kann, wenn sich ein Freund oder Familienmitglied für den Suizid entscheidet. Auch wenn mich der Kummer zerreißt: wenn ich nicht helfen kann, steht mir nur zu, die Entscheidung des anderen akzeptieren zu lernen.


Wie wählst du deine Themen aus?
Die Lebensthemen haben mich gefunden: Heimat und Vertreibung, bzw. die Freiheit der Wahl. Das führt direkt zu Abgrenzung und Ausgrenzung aller Art und zum gewaltsamen Tod. Aber es gibt Aspekte, die sich mir alle paar Jahre als besonders interessant eröffnen und die sind dann der spezielle Motor für ein Buch.




(Coverbild: © Europa Verlag Zürich)


Du hast zahlreiche Kurzgeschichten geschrieben. Einige davon wurden auch schon im Ellery Queens Magazine abgedruckt. Deine Reiseprosa „Die Erde trägt ein Kleid aus Worten“ wurde ebenfalls in die englische Sprache übersetzt. Wie fühlt sich das an, als eine der wenigen österreichischen Schriftstellerinnen auch im englischsprachigen Raum gelesen zu werden? Wie ist das Feedback?
Ja, einige Geschichten wurden in mehrere Sprachen übersetzt und das ist jedes Mal eine Freude, auch weil ich dadurch wieder Übersetzerinnen kennen lerne. Wenn es eine Sprache ist, von der ich ein bisschen Ahnung habe, ist es noch viel schöner, weil ich so viel davon profitiere. Manchmal, im Kyrillischen oder in Farsi kann ich es ja nicht einmal lesen, und auf Türkisch verstehe ich gar nichts. Da sind es einfach feine Zeichenansammlungen für mich. Ich habe mittlerweile eine US-Agentin, die eine Krimiserie, die rund um die Welt spielen wird, für mich vertritt. Und ich habe sehr liebe US Kolleginnen und Kollegen durch sie kennen gelernt. Und es ergaben sich zusätzliche Angebote, Essays zur deutschsprachigen Literaturszene zu schreiben, wie z.B. für WLT (World Literature Today). Im Spätherbst oder Winter wird im New Yorker Ellery Queens Mystery Magazine wieder ein Kurzkrimi veröffentlicht, da bekomme ich dann vermehrt von Lesenden Feedback auf Facebook.



(Der Reiseerzählband “Die Erde trägt ein Kleid aus Worten” wurde übersetzt; Cover © The Story Vault)

Du bist auch als Künstlerin tätig wie ich bereits vorher erwähnt habe und machst viele Ausstellungen, auch in der Gruppe. Was machst du eigentlich lieber? Malen oder schreiben?
Ich könnte ohne malen leben. Ohne zeichnen wäre es schon seltsam. Aber ohne schreiben kann ich einfach nicht existieren. Es ist keine Frage des Wollens, sondern ein Müssen.


So geht es vielen Schriftstellern. Du bist eine spät berufene Künstlerin. Wieso hat es so lange gedauert, bis du dem inneren Ruf gefolgt bist?
Nein, spät berufen bin ich eigentlich nicht. Ich habe schon während des Studiums Geschichten, Essays und Lyrik in deutschsprachigen Zeitungen veröffentlicht. Damals konnten sich Tageszeitungen noch ein Feuilleton leisten. Und meine erste Ausstellung war in den frühen Achtzigerjahren. Es gab nur dann eine lange Veröffentlichungs- und Ausstellungspause, als unsere Kinder klein waren und später, als die Alzheimererkrankung meiner Mutter mich speziell forderte.




(©Beatrix Kramlovsky)

Bleibt dir noch genug Zeit für deine Familie und Hobbys. Was machst du, wenn du nicht schreibst, malst, rezensierst, reist oder einen Kurs hältst?

Was ich mache, wenn ich nicht arbeite :-)? Ich bin eine begeisterte Gärtnerin und liebe es, unsere Freunde einzuladen. Außerdem singe ich in einem Chor. Ha! Zeitmanagement ist wirklich eine meiner Stärken!




Sieht so aus. ;-) Liebe Beatrix, vielen Dank für das Gespräch! Ich habe mich sehr gefreut, dich interviewen zu dürfen und wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen anderen Projekten und allem, was du sonst noch vorhast.

Liebe Leser/innen, wenn ihr mehr über die Autorin wissen wollt und keines ihrer Bücher mehr verpassen wollt, dann folgt ihr doch auf Facebook, oder schaut auf der Website http://www.kramlovsky.at vorbei.




Und wenn ihr nichts mehr verpassen wollt, klickt euch doch auf der Facebook-Fan-Seite zu Lies und plausch mit Jenny ein!


Auf meiner Website www.jennifer-b-wind.com findet ihr alle bisherigen Specials aufgelistet.


Demnächst erwarten euch ein brisanter Thriller, ein wundervoller Liebesroman, Erotik, Krimis und mehr. Und im Dezember gibt es ein Kinder- und Jugendbuch-Special, rechtzeitig vor Weihnachten!
Also bleibt dran!

Bis bald bei Lies und plausch!
Eure Jenny