Lies und (p)lausch

Krimi- und Drehbuchautorin Jennifer B. Wind liest, talkt und rezensiert für mywoman.at

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Dienstag, 12.11.2013, 13:51
Lieber Matthias,

vielen Dank, dass du dir heute Zeit genommen hast, meine Fragen via Skype zu beantworten. Am Montag habe ich bereits deinen Thriller „Mammon“ vorgestellt, heute werden wir über das Buch sprechen, aber auch über dich als Autor.

Kurz für alle, die heute zum ersten Mal mitlesen: Du bist 1966 in Dernbach geboren und lebst jetzt mit deiner Frau Inka im Ruhrgebiet. Du hast Betriebswirtschaftslehre, Mathematik und Musikwissenschaften studiert. Heute arbeitest du als Unternehmensberater und schreibst für HiFi- und Musikzeitschriften. „Mammon – Für deine Sünden wirst du büßen“ ist dein erstes Buch und erschien Anfang des Jahres bei dotbooks.

Womit ich gleich zu meiner ersten Frage komme: Der Haupttitel „Mammon“ steht für das Üble, das Böse, das Hinterhältige hinter dem weltlichen Besitz, hinter dem äußeren Sein. Stand der Titel für dich von Anfang an fest, oder ist er erst beim Schreiben aufgetaucht? Und was bedeutet der Untertitel?

Das ist eine hervorragende Frage! Ein Wort stand von vornherein fest, bevor ich überhaupt das erste Wort geschrieben hatte, das war „Mammon“. Und ich hatte auch einen Untertitel, der war zugegeben angelehnt an Adler Olsen. „Der erste unauthorisierte Fall des Adrian Zoll“. Ich fand das super gescheit und toll, aber das Verlagsteam ist zusammengebrochen als sie das gelesen haben. Der jetzige Untertitel kam vom Verlag und ich wollte ihn erst überhaupt nicht. Aber ich hab dann die Argumente des Verlags verstanden. Wenn man als neuer Autor mit einem Thriller auf den Markt kommt, muss der Titel einfach reißerisch sein. „Mammon“ ist geblieben, da hätte ich auch gar nicht drüber diskutiert.

Wie erfindest du deine Figuren, entwickelst du vor dem Schreiben ihre Biografien?

Das kann ich dir zeigen. (Matthias zieht ein Riesenplakat im A2 Format hervor. Eingeteilt in vier Abschnitte. Komplett vollgeschrieben mit Namen, Zeittafeln, manches ist mit roten Strichen und Pfeilen verbunden) Das ist eines meiner Formblätter, eine Art Matritzenrechnung. Als alter Mathematiker muss ich ja so ran gehen. Ich hab alles auf dem Reißbrett entwickelt. Die Dinge, die nicht der reinen Fantasie entspringen, sondern wo ich Daten, Fakten, Zahlen brauche, gieß ich in Matritzenform. So hab ich auch begonnen die ersten Figuren zu formen, bevor sie überhaupt existierten, in Tabellen, auch nach Vorbildern, aber das funktionierte nicht. Die Personen haben sich irgendwann selbstständig gemacht. Was immer geblieben ist und wo ich den roten Faden stets behalten habe, war die Handlung.

Wie lief deine Recherche dann, rechcherierst du vor Ort? Hast du Bücher zum Thema gelesen, das Internet benutzt, oder hast du nur Orte genommen, wo du schon mal warst.

Tatsächlich von allem etwas. Zu sagen ich wäre für das Buch extra wohin gereist, wäre gelogen. Ich habe aber Orte genommen, wo ich schon war. Von einer Ausnahme mal abgesehen: Den Ort Villanovo gibt’s gar nicht. Ich hab ihn kreiert, weil dort einfach soviel passiert, das düster und böse ist. In der Gruft in Florenz war ich nicht drin, weil ich das in meinem Buch nicht so genau brauchte für die Szene. Aber Florenz selbst und die Kathedrale hab ich gesehen, New York und alle anderen Orte, die im Buch eine Rolle spielen. Aber es ist natürlich etwas anderes in diesen Orten etwas passieren zu lassen, das garantiert nicht passiert ist, diese Orte also zu verfremden. Und ich muss dann immer daran denken, dass ich dort als Rucksacktourist herum gerannt bin. Und dann passiert dort etwas, das ich frei erfunden habe. Und das macht irgendwie Spaß! (Matthias Jösch lacht)

Mammon ist sehr historisch, es gibt da diese uralte Hauptstory mit den Messern, die in sehr weiter Vergangenheit beginnt. Wie bist du auf dieses Thema gekommen?

Das ist eine gute Frage, ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung. Dieses späte Mittelalter, diese Renaissance, die für uns heute eine wirklich wichtige Bedeutung hat wollte ich verwenden. Ich wusste, dass ich da was ansiedeln muss, weil die echte historische Bedeutung dieser Zeit eine sehr große Rolle für die Menschheit spielt, für das was wir heute sind. Was da alles umgebrochen wurde: Architektur, Literatur, Musik. Von vielem profitieren wir heute noch. Da musste eine Handlung her, die etwas Mystisches beinhaltet. Und da kam mir dann die Idee mit den Dolchen. Weil niemand will mit einem Dolch ermordet werden, lieber erschossen. Ein Dolch ist schon mal ganz schlecht und ein alter Dolch, der auch noch geheime Zeichen enthält und eigentlich ein Wurfmesser ist ... Und so entwickelt sich das ganze dann weiter...

Bleiben wir gleich bei diesem Wurfmesser. Du beschreibst in deinem Buch die exakte Fluggenauigkeit des Messers und auch die langwierige Herstellung. Warst du bei einem Waffenspezialisten, der dir alles gezeigt und erklärt hat?
Hast du vielleicht sogar Unterrricht genommen, bei einem Messerwerfer?


Nein, es gibt da ein Standardwerk über Messer. Wenn der Experte Wurfmesser hört, dann dreht er durch, denn da gibt es unzählige Unterkategorien, die ich gar nicht weiter analysiert hab. Mir war nur wichtig, dass ein Wurfmesser, was ich vorher nicht wusste, ganz bestimmte Konstruktionsmerkmale aufweisen muss, die es von einem stinknormalen Messer massiv unterscheidet. Besonders die Schwerpunkte gilt es zu beachten, es gibt da verschiedene Ausprägungen. Da hab ich mich natürlich informiert, weil ich dachte das könnte interessant sein. Damit der Leser versteht, dass das nicht ein X-beliebiges Messer sein kann, mit dem man jemanden von Weitem erdolcht. Das funktioniert nämlich nicht. Ich hab also ein Buch darüber gelesen, da war ich extra in der Stadtbibliothek, da hatten die welche darüber. Und so hab ich es quasi gelernt.

Theoretisch hättest du auch in den Zirkus gehen können.

(Matthias Jösch lacht) Stimmt genau, da hab ich aber nicht dran gedacht. Ich hab Angst vor Clowns, also würd ich niemals in den Zirkus gehen.

Auf den Wurfmessern sind Symbole, Zeichen und Wörter auf lateinisch eingeritzt. Sprichst du Latein? Wieso musste es Latein sein?

Ich hatte Latein in der Schule, kann aber eigentlich kein Wort mehr, es ist zu lange her. Aber Latein musste es sein, es konnte nicht französisch, griechisch spanisch oder was weiß ich sein.

Arämäisch wär gut, ist auch alt.

(Matthias Jösch lacht) Nein, es musste eine Sprache sein, die per se schon eine gewisse Ausstrahlung hat, und heutzutage versteht diese Sprache kaum mehr jemand. Lateinische Worte, die in der Summe einen Satz ergeben, das fand ich einfach gut und geheimnisvoll.

Und weil man als Leser/in unbedingt wissen will, welcher Satz entsteht und was er bedeutet, bleibt man ja auch dran. Da passt meine nächste Frage dazu. Du erwähnst immer wieder ins Interviews, wie schwer du es findest Text „loszulassen“, sprich zu kürzen und zu streichen. Warum ist das so? Bist du generell ein Mensch der gern an alten Dingen festhält?

Das ist auch eine gute Frage, die ich mir selbst noch gar nicht gestellt habe. Deine Analyse stimmt aber. Ich habe nicht nur Schwierigkeiten mit dem Loslassen von Text, sondern überall. Da gibt es einen schönen Satz: Das Alte bewahren und trotzdem dem Neuen gegenüber offen sein. Also in dem Alten bewahren bin ich hervorragend, dem Neuen gegenüber offen nur teilweise.

Aber man kann doch nur Neues schaffen, wenn man Altes loslässt, bzw. Neues ins Leben lassen, wenn man Altes gehen lässt.

Ist das wirklich so?

Ich bin der Meinung, wenn man sich mit Gedanken, Dingen vollstopft, dass dann kein Platz mehr ist für Neues und Innovatives. Aber erzähl einfach mal wie das war, als du den Text streichen musstest.

Also Mammon hatte ungefähr 250 Seiten Text mehr. Ja, jetzt im Nachhinein kann ich sagen, es ist wirklich besser geworden, nach dem Kürzen. Aber als ich die Sachen geschrieben habe, da hab ich mir ja was dabei gedacht. Also nicht nach dem Motto: Ich will das längste Buch der Welt schreiben, sondern einfach, weil ich dachte, das muss jetzt auch noch gesagt werden, das muss noch mit rein. Da muss ich einfach lernen knapper zu schreiben, das seh ich ein.


Welchen Berufswunsch hattest du eigentlich als Kind?

Das früheste, woran ich mich erinnere war Busfahrer. Aber das ist etwas, das vollkommen überholt war und niemals Realität werden durfte, aber das war mal so. Dann Konzertpianist, da ist ein Teil auch geblieben, da ich auch Musik studiert habe. Was ich eigentlich nie machen wollte war was mit Zahlen, und genau das hab ich getan: Mathematik und Betriebswirtschaft. Das ist dann mein Beruf geworden.

Eine interessante Antwort.

Aber sie ist wahr! Genauso ist es gewesen.

Hast du schon immer viel geschrieben? Also Tagebuch, Gedichte oder vielleicht für die Schülerzeitung?

Nein, überhaupt nichts davon. Ich habe noch nie zuvor ein Wort geschrieben, abgesehen von den Schulaufsätzen, dem Abitur und der Diplomarbeit. Aber das zähle ich nicht dazu. Bis vor ungefähr 10 Jahren. Da war so eine Hi-Fi Zeitschrift, über deren Artikel ich immer geschimpft habe, bis meine Frau dann gesagt hat: „Hör auf zu meckern. Mach es doch selbst“, was ich nie ernst genommen habe, bis sie dann wirklich den Kontakt zur HI-FI Zeitschrift hergestellt hat, da hab ich dann Artikel dafür geschrieben. Da war ich aber schon 35 Jahre alt. Vorher hab ich nie etwas geschrieben.

Das ist sehr selten, dass man so etwas von einem Autor hört.

Ja, aber es ist die Wahrheit. Und rede da auch Klartext. Ich hab nie etwas geschrieben und wollte auch nie was schreiben

Wenn du dein Leben nochmals zurückdrehen könntest würdest du früher beginnen zu schreiben?

Nein, ich würde was ganz anderes machen. Ich würde einen Moment in meinem Leben ändern wollen. Das war als im Alter von 14 Jahren meine linke Hand gebrochen wurde und meine Idee eines Konzertpianisten dahin war. Ich wollte immer Pianist werden.

Was ist passiert?

Meine kleine Schwester hat den Klavierdeckel zugeworfen, als ich gespielt habe, dabei ist mein linker Zeigefinger gebrochen, und das war´s. Damit war meine Karriere als Pianist beendet. Ich spiele immer noch gut, aber nicht auf dem Niveau, das man als Pianist braucht. Die Flüssigkeit der linken Hand ist schlechter geworden und das ist das Ende für ein wirklich niveauvolles Spiel.

Aber du spielst hobbymäßig noch Klavier?

Hier im Hintergrund steht sie, ich weiß nicht, ob du das sehen kannst. (Er rückt mit dem Stuhl vom Bildschirm weg und zeigt in eine Ecke.) Ich hab mir eine Sakralorgel gekauft. Klavier spiel ich nicht mehr so, ich hab mich eher auf Orgel konzentriert.

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Fortsetzung folgt!

Morgen gibt es den zweiten Teil des sehr privaten Interviews mit Matthias Jösch, wieder hier auf "Lies und (p)lausch mit Jenny"

Sei dabei!! Ich freu mich auf dich!

Jenny